Ich bin ein Aufschieber und kann unglaublich faul sein. Vor allem, wenn ich keine Termine oder Verpflichtungen habe. Diesen Blog zu schreiben, passt genau in dieses Muster: es gibt keine Deadline und ich habe auch niemandem etwas versprochen. Und genau hier schaltet sich mein Stummi ein und macht was er möchte.

Meister der Ablenkung

Während Schule, Studium und später im Beruf gab es immer wieder Deadlines. Termine, zu denen etwas Bestimmtes fertig sein musste. Hausaufgaben, Studienarbeiten oder eine Präsentation vor Kollegen.

Jedes Mal – aber wirklich nahezu ohne Ausnahme – habe ich die Aufgabe auf den letzten Drücker gemacht. Manchmal sogar eine Nachtschicht eingelegt, ok, sehr oft sogar. Und auch jedesmal habe ich mich gefragt: warum habe ich nicht früher angefangen? So eine Nacht ohne Schlaf ist nicht besonders förderlich für die große Präsentation am nächsten Tag.

Meine Top 5 der willkommenen Ablenkungen

Bei mir sind die größten Ablenkungen: mein Mann, meine Mama, Youtube, das World-Wide-Web und Apps.

Mein Mann, der Entertainer

Wer meinen Mann kennt, der weiss, dass er schon an sich eine Ablenkung ist. Und darauf lasse ich mich natürlich unglaublich gerne ein. Warum nicht zusammen etwas Schönes unternehmen, faul sein oder fernsehen. Also alles andere als einen Blog zu schreiben.

Meine Mama, Ablenkung und Futterquelle

Sich bei Mama einladen und füttern lassen wäre an sich nicht verwerflich. Dafür aber meist über 3 Stunden zu verbrauchen, lässt mich stutzig werden, ob das nicht auch als Flüchten einzustufen ist.

YouTube Videos

Youtube ist die Quelle meiner Inspiration. Ich kann stundenlang – ach was – tagelang in Youtube zu einem Thema recherchieren. Dabei mache ich mir Notizen und Gedanken, führe Ideen weiter oder lerne einfach. Die Effektivität lässt nach dem zweiten Video zu einem Thema schon merklich nach. Ich könnte also aufhören. Wäre da nicht der Gedanke (von Stummi), dass mir noch ein entscheidender Mosaikstein begegnet. So im gefühlten 17. Video.

Die ewige Suche nach Apps

Wenn ich keine Lust mehr auf die anderen Ablenkungen habe, starte ich mit Apps. Meine Sucht nach Spielen habe ich schon überwunden. Bis auf eines, habe ich diese Sucht besiegt. Wie? Alles deinstalliert – unter Schmerzen versteht sich.

Ich meine mit Apps etwas anderes: meine nie endende Suche nach den perfekten Tools für mich. Zeitmanagement, ToDos, Apps für Fotobearbeitung, Layouts, Grafik, Musik, Foto-Organisation, usw. Diese Liste könnte ich fortführen. Es gibt keine App, die ich nicht in regelmäßigen Abständen auf den Prüfstand stelle.

Du denkst jetzt bestimmt: aber für viele der Aufgaben gibt es doch ganz tolle Apps oder Software! Ja, stimmt schon. Aber ich bin Schwabe. Ich will eine App, die nichts oder wenig kostet und GANZ VIEL kann. Ihr seht schon: Stunden können mit dieser Herausforderung ins Land gehen.

Mein Schwarzes Loch: das World Wide Web

Das Internet ist wie ein Schwarzes Loch für mich. Es verschlingt alles, vor allem meine Zeit. Im Prinzip passiert genau das Gleiche wie bei Youtube – nur dass es hier andere Medien sind. So springe ich von Seite zu Seite, von Link zu Link und verschlinge Informationen. Von denen ich mir natürlich auch wie wild Notizen mache. Aber wann starte ich die Verwertung?

Leide ich immer an Aufschieberitis?

Wenn ich Aufgaben oder Projekte für andere mache, bin ich die Disziplin in Person. Projektpläne werden erstellt, Deadlines akribisch, meist vor der Zeit, eingehalten und ich bin durchorganisiert vom Scheitel bis zu Fußspitze.

Und sobald ich an meinen Blog gehe, schaltet sich Stummi ein und will so gar nicht daran arbeiten.

Welche Aufgaben machen mich zum Aufschieber?

Stummi möchte seine Versprechen einhalten, nimmt Termine ernst und möchte sich nicht blamieren. Das ist zumindest der Antrieb meines Stummis. Ich tendiere zum Perfektionismus und möchte meine Arbeit gut machen. Wenn das gefährdet ist, dann schaltet sich Stummi ein und bringt mich auf Höchstleistung.

Wenn es allerdings um meinen Blog hier geht, na wer setzt denn da die Termine? Vor wem habe ich mich da wohl zu verantworten? Vor mir. Und genau hier liegt die Krux. Natürlich habe ich versucht künstliche Deadlines zu erschaffen: Jeden Sonntag um 16 Uhr geht mein Newsletter mit dem neuesten Blog an Interessierte raus. Aber Stummi weiss, dass ich vermutlich keine Anrufe bekomme, wenn das nicht passiert.

Vom Aufschieber zum Macher

Warum ich dieses Thema überhaupt angehe: ich fühle mich ferngesteuert. Ich möchte nicht (ganz so) faul sein und meine Aufgaben erledigen. Denn – und dieses Gefühl kennst du vielleicht auch – Aufschieber zu sein, macht mich unzufrieden. Das schlechte Gewissen und der Berg, der immer größer zu werden scheint, gefällt mir nicht.

Leicht gesagt: mach es einfach. Ich glaube ja, dass jeder Mensch ein Aufschieber ist – jeder in seinem Bereich. Und wie ich meinen inneren Aufschieber gezähmt habe, werde ich dir in diesem Blog erzählen.