Wenn du die drei Schritte zur Verhaltensänderung geschafft hast, ist die Frage: wie lange dauert es, bis die neue Gewohnheit stabil ist? Werde ich beim täglichen Sport irgendwann aus dem Autopilot aufwachen und denken „hoppla, ich bin ja am Joggen!“? Und was gehört dazu, durchzuhalten?

Was haben wir uns nicht alles schon vorgenommen

Meist nehmen wir uns für das Neue Jahr viel vor und haben eine ganze Liste an Vorsätzen. Mehr Sport, bessere Ernährung, Rauchen aufhören, weniger Alkohol, Gehaltserhöhung einfordern oder neuen Job suchen, selbstloser zu sein, weniger Fernsehen, Social Media oder Internet reduzieren, etc.

 

Die Liste ist lang und die Wünsche und Vorsätze sind ehrgeizig. Und es gelingt uns ja auch manchmal, das eine oder andere zu schaffen… für eine bestimmte Zeit.

Was braucht es, um durchzuhalten?

Wir dürfen vor allem nicht zu streng zu uns selbst und dem Leben sein. Es ist nunmal wie es ist und oft haben wir nicht die Möglichkeit das zu ändern. Natürlich braucht es auch Selbstdisziplin, um Gewohnheiten wirklich zu Gewohnheiten zu machen.

Wie also schaffen wir es, unser Verhalten nicht nur zu ändern sondern auch dauerhaft gesünder und glücklicher zu leben? Und mit glücklich meine ich vor allem, dass wir so leben, wie wir leben wollen und unseren inneren Schweinehund besiegen.

Also bevor ich mich jetzt aufrege,
ist es mir lieber egal!

Installiere dieses Einstellung in deinem Leben und mach dir bewusst, dass alles Blöde, was passiert, nur von kurzer Dauer ist. Ein wichtiger Baustein, um durchzuhalten ist, dass wir gelassener werden. Die Art und Weise, wie wir mit Widrigkeiten umgehen, bestimmt unsere Ausdauer und wie schnell wir Versuchungen nachgeben.

Es gibt eine Fabel aus dem Persischen, in der ein König die Weisen versammeln liess und ihnen einen Auftrag gab: „fertigt einen Ring, der mich glücklich macht, wenn ich traurig bin.“. Die Weisen taten wie ihnen aufgetragen und überreichten dem König den Ring mit der Inschrift: „This too shall pass“ – „Auch das geht vorbei“.

Der unerschütterliche Glaube an deinen Erfolg

Lass dich nicht von Rückschlägen beeinflussen sondern bleibe fest bei deinem Glauben, dass du es schaffst. Die häufigste Variante, wenn wir etwas aufgeben ist, dass wir uns selbst einreden, dass wir eben so sind. Das stimmt nicht. Wir können uns mit der notwendigen Härte zu uns selbst alle ändern.

Glaube an Dein Ziel

Ich sage nicht, dass das leicht ist. Aber Selbstmitleid ist definitiv der leichte Weg. Ihr glaubt nicht, wie ich jeden Tag damit kämpfe, mich an meinen Schreibtisch zu setzen. Ja, es fällt mir unglaublich schwer, mich dazu zu zwingen, mich hinzusetzen und diesen Blog zu schreiben. Meine Formeln des Selbstbetrugs: interessiert ja eh keinen, was ich hier schreibe, ich habe doch gar keinen Termin, reicht auch noch nächste Woche, etc.

Termine, Ziele und der unerschütterliche Glaube an Erfolg bilden eine wichtige Basis für die langfristige Stabilität neuer Gewohnheiten. Schaffe kleine Schritte des Erfolgs, kopiere Erfolgsrezepte anderer und stärke damit automatisch den Glauben an deinen Erfolg.

Erschaffe neue Auto-Pilot Gewohnheiten

Jeremy Dean schreibt in seinem Buch, dass wir ca. 1/3 unserer Wachstunden im Autopilot sind. Wir verhalten uns also in der Zeit nicht bewusst sondern unbewusst – gesteuert durch Stummi – gesteuert durch Instinkt, Gefühle und gespeicherte Programme. Gewohnheiten.

Er hat auch untersucht, wie lange es dauert, um ein neues Automatikprogramm zu schreiben. Wie oft muss ich etwas wiederholen, bis es eine Gewohnheit ist? Wie viele Tage muss ich das machen, bis ich mich nicht mehr zwingen oder überwinden muss?

Das Ergebnis hängt ab vom jeweiligen Menschen und der Gewohnheit, die wir ändern möchten. Jeremys Versuch zeigte, dass z.B. eine morgendliche Routine einzuführen von der Routine abhängt. Nach 20 Tagen war es für die Probanden eine Routine gleich morgens ein Glas Wasser zu trinken. Dahingegen dauerte es länger als 84 Tage jeden Tag 50 Sit-ups zu machen.

Entscheidend ist die Wiederholung und nicht die Intensität. Du möchtest regelmäßig Sport treiben? Dann nimm dir feste Tage vor, an denen du das machst. Es spielt dabei keine Rolle, ob du 10 Minuten oder 2 Stunden Sport machst – sondern dass du es machst.

Viele Gewohnheiten auf einen Schlag ändern

Charles Duhigg hat in seinem Buch herausgefunden, dass es Schlüssel-Gewohnheiten gibt, die andere Gewohnheiten positiv beeinflussen. Je länger unsere Liste der guten Vorsätze ist, desto schwerer fällt es uns alles auf einmal zu ändern.

Wenn wir uns also auf die Schlüssel-Gewohnheiten konzentrieren, fällt es uns leichter anderen Versuchungen zu widerstehen.

Schlüssel-Gewohnheit Sport

In seinen Untersuchungen, fand Charles Duhigg heraus, dass Sport das Verlangen nach ungesundem Essen, Rauchen, Alkohol und riskanten Situation reduziert.

Schlüssel-Gewohnheit-Sport

Wenn wir also Sport in unseren Alltag integrieren, verändern wir automatisch andere ungewollte Gewohnheiten. Das bedeutet nicht, dass sich alles andere automatisch ändert, aber es fällt uns viel viel leichter auch anderen Versuchungen zu widerstehen.

Zusammenfassung

Neue Gewohnheiten zu ändern braucht Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung und ist nicht abhängig von der Intension. Mach dir einen Plan und glaube fest daran, dass du es schaffst. Gib nicht zu schnell auf und rede dir nicht ein, dass du zu schwach bist.

Jeder hat mal einen schlechten Tag: auch der geht vorbei.

Und konzentriere dich auf eine der Schlüssel-Gewohnheiten, um andere schlechte Gewohnheiten leichter zu verändern.