Warst du schon mal richtig motiviert und Feuer & Flamme für eine Aufgabe, ein Projekt? Und nach einiger Zeit hast du irgendwie die Lust daran verloren? Wie kommt das? Am Anfang konntest du es doch gar nicht erwarten, damit anzufangen. Wann und warum ging deine Motivation verloren?

Ich kenne das allzu gut, dass ich wie aus heiterem Himmel irgendwann die Lust an etwas verliere. Und das nervt. Also habe ich mich auf die Suche gemacht, wie es möglich ist, die Motivation vom Anfang wieder aufflammen zu lassen. Die war ja schließlich irgendwann mal da und kann nicht einfach verschwinden.

Warum bin ich nicht mehr motiviert?

Wenn wir an einem Projekt Gefallen finden und uns unglaublich motiviert fühlen, dann können wir es kaum erwarten, damit zu starten. Und irgendwann mitten im Projekt scheinen wir uns plötzlich zu langweilen. Haben keine Lust mehr weiter zu arbeiten oder verlieren an Produktivität. Woran liegt das?

Stummi ist irgendwann gelangweilt

Er will Action, Abwechslung und vor allem Spass. Kannst du dich an die Horrorfilme von vor 20 Jahren erinnern? Aus heutiger Sicht sind die ganz niedlich. Überleg doch mal, was dich vor 20 Jahren oder noch länger geschockt, überrascht und unterhalten hat. Und welchen Level an Horror und Brutalität die heutigen Filme brauchen, um den gleichen Effekt zu erzielen? Wir stumpfen ab und genauso verhält es sich bei einer Aufgabe.

Trick #1 – Entscheidungen kreieren

Um motiviert bei einer Aufgabe zu bleiben, gilt es also Stummi bei Laune zu halten. Wann immer es möglich ist: kreiere Fake-Entscheidungen. Stummi liebt Entscheidungen – wenn auch nicht echt.

  • Du hast 10 E-Mails im Postfach? Dann wähle nur 5 aus und mach die anderen später.
  • Deine ToDo-Liste hat 4 Punkte für den Tag? Lass Stummi entscheiden, wann du was machst.

Der Neuropsychologe Mauricio Delgado fand heraus, dass sobald du eine Entscheidung treffen musst, dein Motivationszentrum im Gehirn ein richtiges Feuerwerk startet. Das Witzige dabei: Es spielt überhaupt keine Rolle, wie wichtig die Entscheidung ist. Sogar die Entscheidungen, welchen Stift du zur Besprechung mitnehmen möchtest, macht Stummi Spass. Also sorg dafür, dass er unterhalten wird.

Trick #2 – Erinnere dich an das Ziel

Was dich ursprünglich motiviert hat am Anfang des Projekts, gilt es wiederzufinden. Du wolltest eine kleine App programmieren und liest gerade in einer Fachzeitschrift über die Details der Programmiersprache? Und von Satz zu Satz wird das Thema trockener und du merkst, dass du immer mehr die Lust daran verlierst? Schnapp dir einen fetten edding und schreib oben auf die Seite folgenden Satz:

Dieser Artikel hilft mir, meine Wunsch-App zu entwickeln.

Das erinnert Stummi an das große Endziel, das du hast. Es ruft wieder ins Gedächtnis, was dich ganz am Anfang motiviert hat. Bei jeder kleinen Aufgabe im Projekt – auch wenn noch so langweilig – denk an das Ziel. Warum machst du das Ganze.

Trick #3 – Schaffe kleine, erreichbare Ziele

Wenn dein Ziel ist, einen Marathon zu laufen, fängst du auch nicht gleich damit an, die vollen 42km zu laufen. Dein erstes Ziel könnte sein, dass du 10km ohne Pause laufen kannst. Genauso bei einem Projekt: Schaffe kleine, erreichbare Teilschritte nach dem SMART-Prinzip.

S = Specific (spezifisch)
M = Measurable (messbar)
A = Achievable (erreichbar)
R = Realistic (realistisch)
T = Time-bound (zeitgebunden)

Die Kunst dabei ist, die Teilziele nicht zu klein oder groß zu gestalten – in Umfang und Erreichbarkeit. Ist das Teilziel zu leicht zu erreichen sinkt die Motivation, denn Stummi fühlt sich gelangweilt. Ist es zu ehrgeizig, tendiert Stummi dazu, aufzugeben mit dem Gedanken: „Erreich ich ja eh nie.“

Trick #4 – Lass dich nicht Ablenken

Mein Leben ist eine Aneinanderreihung von Ablenkung und ich liebe sie alle. Und gleichzeitig sind sie meine größte Produktivitätsbremse. Ablenkungen zu bekämpfen ist (m)eine tägliche Herausforderung.

Grundsätzlich lebt die Ablenkung ja davon, dass sie interessanter ist, als das, was du gerade machst. Also erinnere dich immer wieder an das Ziel, das du erreichen möchtest. So kannst du deine Motivation hoch halten.

Trick #5 – Wollen ist wichtiger als Können

Googles Project Aristotle dauerte über zwei Jahre und hatte zum Ziel, herauszufinden, was ein erfolgreiches Team ausmacht. Es war nicht das Können der einzelnen Team-Mitglieder sondern ausschließlich das Umfeld.

Psychologische Sicherheit steigert die Motivation und damit die Produktivität

Wie du am Besten psychologische Sicherheit in deinem Team erzeugen kannst? Höre jedes Teammitglied und nimm dessen Ideen ernst. Fehler feiern, respektieren und sich umeinander kümmern. Das schafft auch die Atmosphäre für ungewöhnliche Ideen, die du dich vielleicht nicht getraut hättest zu äussern. Im Grunde die Basis für Kreativität und bahnbrechende Innovationen.

Natürlich solltest du auch dafür sorgen, dass jeder das Gefühl hat, einen wichtigen Beitrag zum Projekt zu leisten. Jeder im Team sollte sich „wichtig“ fühlen. Auch wenn du manchmal denkst, dass der einfachere Weg der ist, zum high performer zu gehen. Der kann es schon. Aber wie freut sich wohl jemand, für den die Aufgabe eine riesen Herausforderung ist? Der wird sich verbiegen und anstrengen, um deinen Vertrauensvorschuss zu rechtfertigen.

Zusammenfassung

Produktiv und motiviert zu bleiben ist eine tägliche Anstrengung und hat viel damit zu tun, die richtigen Entscheidungen im Leben zu treffen. Sowohl im Alltag als auch in Bezug auf deine ambitioniertesten Ziele.

Setz deine Ziele hoch (genug) sodass du dich strecken musst und dann brich das große Ganze in kleine verdauliche Etappenziele. Sei wachsam gegenüber Ablenkungen und erinnere dich immer wieder an dein großes Ziel.

Arbeitest du im Team, dann ist nur eines entscheidend für deinen Erfolg: Sorge dafür, dass sich jeder sicher, ernst genommen und respektiert fühlt.