Wir treffen jemanden und fragen als Begrüßung: Und wie geht es dir so? Möchten wir dann eine Berichterstattung über alles, was gerade schlecht läuft? Oder sogar eine chronologische Beschreibung der jüngsten Weh-Wehchen? Also nichts anderes als unaufhörliches Jammern?
Das wollen wir nicht wirklich, oder? Ich persönlich bevorzuge Menschen, die mir positive Geschichten erzählen: die letzten Erfolge, tolle Momente, ein schöner Urlaub, usw. Warum? Weil ich zutiefst davon überzeugt bin, dass jedes gesprochene Wort eine Spur hinterlässt und eine Wirkung hat.

Warum Jammern wir?

Weil es einfach ist. Es ist sogar viel einfacher, als etwas zu verändern oder jemandem direkt zu sagen, was wir denken. Sicherlich ist eine Phase des Jammerns oder des Selbstmitleids notwendig, um mit etwas fertig zu werden. Davon schreibe ich hier nicht. Ich meine die Menschen, die grundsätzlich das Haar in der Suppe finden. Diejenigen, die immer wissen, dass alle anderen schuld sind.

Uns geht es gut in Deutschland

Ich glaube ja, dass wir viel zu oft vergessen, wie gut es uns geht. Vor allem in Deutschland. Keiner verhungert in unserem Land und jeder hat ein Dach über dem Kopf. Nicht nur das: Wir haken alles Positive in unserem Leben einfach ab und konzentrieren uns auf die „Missstände“. Das ist für die Produktivität einer Firma und damit eines Landes positiv – aber für unser Wohlbefinden?

Vielleicht hattest du auch schon die Gelegenheit in eine Land zu reisen, in dem es den Menschen nicht so gut geht. Bei mir haben diese Reisen den Effekt, dass ich mich auf zu Hause freue und ich eine tiefe Dankbarkeit dafür empfinde, wie gut es mir geht.

Wir suchen Aufmerksamkeit

Es passiert schleichend und ohne, dass wir es bewusst bemerken. Und wenn wir nichts dagegen unternehmen, tendieren wir dazu, immer mehr zu Jammern. Und da nehme ich mich nicht aus. Wir möchten doch wahrgenommen, geliebt werden – irgendeine Art Aufmerksamkeit der anderen.

 

Jammern wirkt doppelt

In der Kommunikation bringt Jammern zwei Effekte mit sich:

  1.  Es verbindet Menschen
  2.  Es ist unsexy

Gemeinsam Jammern

Diesen Effekt kenne ich aus vielen Firmen. Diesen einen Nörgler, der immer nur jammert, gibt es immer. Und das gemeine an dieser Verhaltensweise ist, dass sie ansteckend ist. Wir neigen dazu, uns Gleichgesinnte zu suchen. Und wenn es nur durch Nachahmung von Verhaltensweisen geht, dann Bitteschön.

In jeder Firma passieren doch wirklich genug negative Dinge – da liegt das Jammern oft nahe und dabei ist auch noch so schön einfach. Verstärkt wird dieses Phänomen durch die Gemeinschaft. Gemeinsam jammern macht fast schon Spass und es hat etwas stark Verbindendes.

Sexy oder unsexy?

Wen findest du attraktiv? Ist es der Kollege oder die Person aus deinem Bekanntenkreis, der nur nörgelt und jammert? Bestimmt nicht. Das verhindert unsere Biologie. Wir finden Menschen, die jammern nicht attraktiv.

Seit der Steinzeit hat sich bei uns nicht so viel verändert. Biochemisch natürlich. Also suchen wir Partner und Gefährten für unsere Leben, die stark sind und uns durch Krisen helfen. Selbstbewusste Menschen, die das Mammut ohne Angst niederstrecken.

Stark und Attraktiv

Niemand kann stark und sexy wirken, wenn er jammert. Das liegt an den schlechten Inhalte in der Kommunikation. Jammern ist keine neutrale oder realistische Analyse. Es ist einfach nur unattraktiv. Privat wie beruflich.

Wie viele erfolgreiche und professionelle Menschen kennst du, die pausenlos jammern? Würdest du so jemanden mit einer wichtigen Aufgabe betrauen oder sogar befördern?

Zusammenfassung

Mein Tipp für diese Woche ist: achte darauf, nicht in die Jammerfalle zu tappen. Jammern ist schon mal ok und dient zur Verarbeitung von Ereignissen, aber bremse vor allem unproduktives Jammern ein. Es kann zu einem Tick werden, der sich unbemerkt in dein Leben schleicht. Und dazu gehört auch, Menschen möglichst zu meiden, die einen anstecken könnten. Denn das verbindende Element beim Jammern wirkt infizierend.

Erinnere dich an alles Positive im Leben (Schreib dich Glücklich) und umgib dich mit positiven Menschen. Egal von welchem Level zu startest: du wirst schon nach kurzer Zeit merken, wie sich den Leben und dein Wohlbefinden verbessert.