Wir lernen im Leben folgende Formel: Wenn ich mehr arbeite, werde ich erfolgreich. Und wenn ich erfolgreich bin, werde ich glücklich.

Diese Formel funktioniert nicht. Die Abwesenheit von Krankheit ist nicht Gesundheit. Wenn wir glücklich und erfolgreich sein wollen, gilt es, diese Formel umzudrehen.

Warum denken wir Erfolg macht glücklich?

Die Eintrichterung dieser Logik beginnt spätestens in Schule und Ausbildung. Sei fleissig, lern was und streng dich an. Dann wirst du was. Aha, ja, was werde ich denn?

Na klar: Wenn du dich anstrengst, bekommst du einen tollen Job, bei dem du viel Geld verdienst. Und dann kannst du dir tolle Sachen leisten, die dich glücklich machen.

Sachen machen nicht glücklich

Oder hast du die Erfahrung gemacht, dass du eine Dauerfreude an etwas hast? Den Höhepunkt der Freude (hormonell) erleben wir beim Klick auf „kaufen“. Und dann noch ein Kick, wenn es geliefert wird. Das wars meist.

Lass dich nicht zum Objekt machen

Alle Motivatoren, denen du auf deinem Lebensweg begegnest, wollen genau das: dich zum Objekt machen. Nicht bescheiden leben und damit freier sein. Du sollst hart arbeiten und konsumieren, konsumieren, konsumieren.

Und jetzt frage ich dich: Macht das glücklich?

Bei mir hat das nicht funktioniert. Und heute weiss ich auch, dass das mit unseren Gehirnen gar nicht funktionieren kann.

Wie unser Gehirn Erfolg verarbeitet

Erfolg kann wissenschaftlich nicht glücklich machen. Wenn wir ein Ziel erreichen, erhalten wir einen Dopamin-Kick (selbstlose Glückshormone), der kurz andauert. Das alleine wäre ja schön. Doch die sofortige Reaktion unseres Gehirns ist es, die Ziellinie zu verschieben.

Benotung und Anerkennung

Stell dir vor, du bist ein mittelmäßiger Note-3-Schüler. Und plötzlich schreibst du gute Noten – also eine 2. Du erhältst Anerkennung und Lob und damit deinen Kick an Dopamin. Bei der nächsten Arbeit willst du wieder den Kick, aber nun müssen deine Noten besser sein, um die gleiche Reaktion von deiner Umgebung zu bekommen. Denn du hast den Normalzustand von 3 auf 2 angehoben und immer eine 2 zu bekommen, ist damit nichts Besonderes mehr.

Der Zwang mit Karriereleiter

Und im Job ist es für viele das Gleiche. Du erhältst einen besseren Job oder mehr Verantwortung, dann ist das dein neues Normal. Um wieder einen Kick zu bekommen, brauchst du jetzt einen besseren Job.

Unternehmensziele steigen und steigen

Arbeitest du im Vertrieb? Dann kennst du das auch: Ziele erreicht? Dann werden die Ziele nächstes Jahr erhöht. Die Ziellinie für Erfolg wird einfach weiter nach vorne gelegt. So kann sich dauerhafter Erfolg quasi niemals einstellen.

 

Mit Erfolg kommen wir nie beim Glück an

Sobald also eine Ziellinie erreicht ist, wird sie verschoben. Wenn aber doch Erfolg glücklich macht, dann kannst du ja niemals mit Erfolg glücklich werden. Denn es wartet schon der nächst bessere Job, das höhere Ziel oder der bessere Partner auf dich. Also bist du immer auf der Suche und am Jagen, um DEN Erfolg zu erreichen und dann ENDLICH glücklich zu sein.

Erfolg macht nicht glücklich

Wir haben das Glück als Gesellschaft über den kognitiven Horizont geschoben. Warum? Weil wir immer noch denken, wir müssen erfolgreich(er) sein, um dann glücklich(er) zu sein.

 

Wie werden wir also glücklich?

Unsere Gehirne funktionieren umgekehrt. Erst glücklich, dann erfolgreich. Wenn wir positiv durchs Leben gehen, aktiviert unser Gehirn den Glücks-Vorteil. Das bedeutet, dass wir in diesem positiven Zustand wesentlich bessere Leistungen liefern als im negativen, neutralen oder gestressten Zustand.
Und das ist messbar! Dein Gehirn ist im positiven Zustand 31% produktiver und 37% besser im Verkauf. Intelligenz, Kreativität und Energielevel erhöhen sich.

Positiv zu sein macht uns besser

Zudem werden auch noch die Lernzentren deine Gehirns aktiviert, d.h. deine Auffassungsgabe, Flexibilität sich auf Neues einzustellen und Lernfähigkeit steigt.

Positivierung durch Gehirntraining

Wenn wir also positiv sind, funktioniert unser Gehirn besser. Wir arbeiten schneller, intelligenter und produktiver. Und das Geniale dabei ist: du kannst es dir einfach antrainieren positiv zu sein.

Wiederholte Übungen speichern sich

Das Ganze einmal zu machen, bringt nichts. Unser Unterbewusstsein kann zwar gesteuert und genutzt werden – aber Stummi ist nicht doof. Wenn wir einmal etwas machen und dann nie wieder, dann denkt Stummi: OK, war nicht so wichtig, muss ich mir nicht merken.

 

21 Tage ändern deine Wahrnehmung

Versuch doch mal die Übung von Emmons & McCullough (2003): Jeden Abend nimmst du dir nur 2 Minuten Zeit und schreibst 3 positive Dinge auf.

Für was warst du heute dankbar?

21 Tage, 3 Dinge für die du dankbar bist und du wirst merken, dass Stummi dann die Aufgabe ernst nimmt und dir einen Filter verpasst. Der Filter und damit der aktive Suchauftrag in deinem Gehirn lautet: Suche Positives. Das ist der Effekt der selektiven Wahrnehmung, die wir uns selbst einprogrammieren können.

 

Zusammenfassung

Im Prinzip können wir unser Gehirn trainieren wie unseren Körper. Nach nur 21 Tagen können wir unsere selektive Wahrnehmung positivieren. Und damit kehren wir die Formel um: glücklich und (dann) erfolgreich.

Andersrum funktioniert unser Gehirn nicht.

Wenn du noch weitere Übungen dazu machen möchtest, um dich rundum zu positivieren, versuch es damit:

Fang an, ein Tagebuch zu führen.
Schreib dich glücklich in 5 Tagen.
Mache anderen selbstlose Gefallen.
Glücklich sein mit Körpersprache.
Schlüsselgewohnheit Bewegung
Gönn dir eine Pause.