Egal wo dich dein Job hinführt, es wird immer jemanden geben, der dir das Leben schwer macht. Dieser eine Depp, den es überall gibt. Das ist der Fiesling, der andere gemein behandelt. Ein Widerling und richtiges A$%*#loch. Wie geht man mit so einem am Besten um? Akzeptier ihn. Oder wie Konrad Adenauer schon sagte: Nimm die Menschen wie sie sind, andere gibt‘s nicht.

Robert I. Sutton beschreibt in seinem Buch „Der Arschloch-Faktor“, wie man geschickt im Umgang mit Intriganten, Aufschneidern und Despoten umgeht, sie identifiziert und gekonnt kalt stellt.

Was den Depp ausmacht

Er sorgt für emotionalen Stress. Das kann dein Kollege sein oder aber dein Chef. So oder so: in der Begegnung mit ihm fühlst du dich beleidigt, unterdrückt oder herabgesetzt.

Einmal Depp oder immer Depp?

Die erste Frage ist, ob diese Person immer ein Depp ist oder nur manchmal. Es könnte nämlich sein, dass ein Chef dies als Führungsinstrument einsetzt. Er ist an sich ein netter umgänglicher Mensch, aber manchmal lässt er die Fetzen fliegen. Wie bei einer Fußballmannschaft. Ist der Trainer an sich ein ruhiger Typ, wirkt ein Ausraster in der Halbzeit wahre Wunder. Während hingegen das gleiche Verhalten des Dauer-Depps kaum Auswirkungen hat.

Es gibt also eine Ausrede, kurzzeitig ein Depp zu sein. Aber nicht dafür, andauernd einer zu sein.

Halt dich fern von Deppen

Das gilt irgendwie generell. Von Menschen, die einem Energie aussaugen, solltest du dich nach Möglichkeit fern halten. Ich weiss, das geht nicht immer. Aber lauf auf jeden Fall nicht Gefahr, dass du dich passiv berieseln lässt.

Nimm den Depp bewusst wahr – immer

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Wir gewöhnen uns an alles – auch Deppen. Und wenn dein Chef immer gemein zu dir ist, wird das dein Normalzustand, den du immer mehr akzeptierst. Achte darauf, dass du nicht blind wirst für den Typ „Depp“. Das ist wie mit Gerüchen: Wenn du eine Bäckerei betrittst, dann riecht das wundervoll. Nach ein paar Minuten nimmst du das nicht mehr wahr. Du hast dich daran gewöhnt.

Aus dem Weg gehen

Die beste Empfehlung, um Deppen aus dem Weg zu gehen, ist: geh ihnen aus dem Weg. Es gibt so viele Möglichkeiten, sich das nicht antun zu müssen. Du musst nicht mit dem Depp in den Aufzug steigen. Es zwingt dich auch niemand beim Mittagstisch zu ihm zu sitzen oder den Kopierer neben ihm zu benutzen. Lass dich innerhalb des Unternehmens versetzen oder im Extremfall: Such einen neuen Job.

Achtung: Infektionsgefahr

Das üble Verhalten vom Depp ist ansteckend. Schlimmer noch als eine Grippe, denn dafür braucht es irgendwie Kontakt. Wenn du einen Kollegen neben dir sitzen hast, der ohne Zweifel ein Depp ist: Rede möglichst wenig mit ihm und versuche nicht hinzuhören. Gemecker, gemeines oder einfach schlechtes Verhalten ist ansteckender als du denkst. Und du wirst so schnell zum Träger des Virus – da reicht manchmal nur das Lesen einer fiesen Mail oder eines Kommentars in den Sozialen Medien.

Je mehr du dem Virus ausgesetzt bist, umso höher ist die Gefahr, dass du infiziert wirst.

Möglichkeiten der Immunisierung

Es ist nicht deine Schuld! Das kannst du dir immer und immer wieder sagen. Du kannst nichts dafür, dass er ein Depp ist.

Alles hat einen Grund

Und vielleicht kennst du den nicht. Bei der nächsten (unvermeidlichen) Begegnung mit dem Depp, könntest du folgendes Gedankenspiel machen:

1. Ich bin nicht der Grund, dass er so fies ist.
2. Was könnte wohl der Grund sein?

Und damit hast du dein Unterbewusstsein beruhigt und gleichzeitig eine Aufgaben gegeben. Dein Gehirn liebt Rätsel und fängt sofort damit an erste Ideen zu sammeln:

  • Seine Frau war gemein zu ihm
  • Sein Blutzucker ist viel zu niedrig und er kann nicht mehr klar denken
  • Er hat sich den Zeh verstaucht oder ihn plagen irgendwo Schmerzen
  • Sein Kind hat mit dem Rauchen angefangen
  • Er wollte eigentlich Astronaut werden

Lass es zum Spiel werden und denk dir alles Mögliche aus. Du wirst sehen, wie das deine Laune hebt. Denn du siehst schon an meiner Liste der Gründe oben, dass auch mein Gehirn das nicht so richtig ernst nimmt.

Der Gegenangriff

Ok, wenn alles nicht hilft, dann gibt es noch den Angriff. Aber bedacht und nicht ohne Planung! Bereite dich vor, wie und mit welcher Munition du die Konfrontation startest. Ein Depp ist fies, gemein und möglicherweise auch raffiniert. Er übt das ja schon länger als du.

Sammle Beweise

Ich will dich um Gottes Willen nicht anstiften eine Klage einzureichen – wobei dies in manchen Fällen vielleicht sogar angebracht wäre. Aber soweit wollen wir mal nicht gehen. Bei der Beweissammlung geht es darum, dass die Konfrontation nicht in einer Pattsituation endet, wo dann Aussage gegen Aussage steht. Denn dann stehst nur du blöd da: du hast den Angriff ja gestartet.

Achtung Gefängnis bei Tonaufnahmen

Das Naheliegendste scheint die Tonaufnahme zu sein. Jeder hat ein Smartphone und kann leicht jede Unterhaltung auf Band aufnehmen. Tu das lieber nicht. Nach §201 StGB ist es strafbar Tonaufnahmen von anderen zu machen – ohne deren Erlaubnis. Da droht sogar Gefängnis bis zu einigen Jahren.

Das Protokoll-Buch

Ungefährlich dagegen ist ein Protokoll. Es kann dich niemand davon abhalten, ein Tagebuch zu führen. Halte in einem separaten Buch oder Block alles fest, was dir helfen könnte. Immer schön mit Datum und dem 1:1 Wortlaut des Gesagten oder was der Depp gemacht oder nicht gemacht hat. Je detaillierter du das machst, umso überzeugender wird das sein.

Die Konfrontation selbst

Dafür solltest du schon mal die Frage beantwortet haben: Ist der Depp nur manchmal ein Depp oder wirklich immer. Manche wissen nämlich gar nicht, wie sie wirken und machen das unbewusst. Aber andere sind immer selbstsüchtig, aggressiv und zwar mit Absicht.

Die ruhige und rationale Konfrontation

Wenn du vermutest, dass der Depp sich nicht bewusst ist, wie er wirkt, dann ist das die richtige Vorgehensweise. Nimm ihn beiseite, sodass euch niemand hören kann. Dann spricht mit ihm, erzähl ihm ganz ruhig und vorsichtig, wie sein Verhalten auf dich wirkt. Verwende auf keinen Fall Worte wie „immer“, „nie“ oder „(wir) alle“. Du sprichst für dich und gibst ein Feedback wie es dir mit ihm geht.

Die aggressive Konfrontation

Diese Variante funktioniert bei den Dauer-Deppen am Besten. Das sind die, die meinen ihnen gehört die Welt und auf dem Rücken der anderen erreichen sie ihre Ziele. Wenn du so einen extrem egoistischen und aggressiven Depp vor dir hast, hilft nur eines: Sei auch einer und zwar ein richtig übler. Nur eine derartig derbe Herangehensweise lässt diese Typen abgeschreckt davon ziehen.

Zusammenfassung

Du findest immer einen Depp in deiner Umgebung. Privat wie beruflich. Die sind überall. Sie putzen dich herunter und sind gemein. Was auch immer sie tun: Du fühlst dich dabei und hinterher schlecht. Die beste Möglichkeit mit Deppen umzugehen: Wo es geht meiden und damit gleichzeitig verhindern, dass du dich weder daran gewöhnst noch infiziert wirst. Gibt es wirklich keinen Ausweg, sammle Beweismaterial und konfrontiere den Depp mit seinem Verhalten.

Und vergiss eines nicht: Wir sind nicht gefeit davor, Depp zu sein oder zu werden. Meist dann, wenn wir den Pfad des „ich bin ok, du bist ok“ verlassen. Um sich selbst immer wieder auf den Prüfstand zu stellen, hier eine kleine Checkliste:

Ein Depp

  • hört nicht zu
  • lässt andere nicht zu Wort kommen
  • interessiert sich nur für sich
  • hält Monologe und stellt selten bis nie Fragen

Am Ende des Tages erinnern sich die Menschen nicht daran, was du gesagt oder getan hast, sondern wie sie sich durch deine Begegnung gefühlt haben. (Maya Angelou)