Was motiviert dich? So richtig? Oder wie bekommt man jemand anderen motiviert? Unter Motivieren verstehen wir vor allem, dass wir jemand anderen dazu bringen möchten, sein Verhalten zu ändern. Und nachhaltig funktioniert das am Besten, wenn die Person das selbst möchte – wenn sie ein Motiv hat, sich zu ändern.

Das Motiv

Ob es nun um dich geht oder um andere: Das Wichtigste ist zu erkennen, was das Motiv ist. Was ist der Grund, warum wir etwas machen oder unterlassen? Wir haben einen Grund, ein Motiv und ein Bedürfnis.

Abraham Harold Maslow, der Gründervater der Humanistischen Psychologie (1908-1970) ging der Motivation auf den Grund und definierte den Ursprung in seiner Bedürfnispyramide. Er betonte die Ganzheitlichkeit des Menschen und dass Motivation auch nur in dieser Gesamtheit möglich ist. Also Körper und Geist.

Maslowsche Bedürfnispyramide

Alle unseren menschlichen Bedürfnisse lassen sich in eine der 5 Stufen einsortieren. Es gilt nur eine Regel: um die höheren Stufen zu erreichen, muss die Basis bestehen. Ich kann nicht auf Stufe 3 starten ohne die ersten beiden Stufen der Bedürfnisse befriedigt zu haben. Motivation bedeutet somit Bedürfnisse zu befriedigen: bei sich selbst und bei anderen.

Stufe 1 – Grundbedürfnisse

Diese Grundbedürfnisse oder auch Existenzbedürfnisse sind überlebenswichtig und Motivation #1. Aus diesem Grund funktionieren Foltermethoden auf dieser Ebene auch am Besten. Sobald wir hier Defizite aufweisen, sind wir nicht in der Lage an etwas anderes zu denken, als unser Überleben.

Für unseren Alltag heisst das, es macht keinen Sinn jemanden motivieren zu wollen, der müde oder hungrig ist oder gerade Kopfschmerzen hat.

Stufe 2 – Sicherheit

Wir haben in Deutschland ein hohes Niveau an Sicherheit, was z.B. nicht für Kriegsgebiete gilt. Jeder von uns hat ein Dach über dem Kopf und ein Auskommen, das unsere Grundbedürfnisse stillen lässt. Die subjektive Wahrnehmung auf dieser Ebene hängt von unseren Lebensumständen ab.

Für einen Familienvater mit Frau und Kindern, der gerade ein Haus gekauft hat, bedeutet Sicherheit, dass er seinen Job behält. Du kannst also niemanden motivieren, der Angst um seinen Arbeitsplatz, sein Einkommen oder seine Ersparnisse hat.

Wohlbefinden entsteht nur in Verbindung mit anderen

Wärend die ersten zwei Stufen das Physiologische Überleben absichern, sind die Stufe 3 & 4 für unser Psychologisches Wohlbefinden notwendig.

Aus der Zunahme von Depressionen, Burnout, etc. schließe ich, dass wir auf diesen zwei Stufen der sozialen Bedürfnisse und Anerkennung allzuoft trampeln. Gesunden Egoismus halte ich grundsätzlich für eine Form der Selbstliebe – solange es nicht auf Kosten anderer geht. Motivation und deren Glückshormone beginnen bei einem selbst und bedeuten Selbstlosigkeit gegenüber anderen.

Stufe 3 – Soziale Bedürfnisse

Wir wollen dazu gehören. Menschen sind Herdentiere und schließen sich bestimmten Gruppen an. Manchen Gruppen gehören wir bereits bei Geburt an: Familie, Region, Land. Später befriedigen wir den Drang nach Zugehörigkeit durch Partner, Freunde, die Firma, Vereine, etc.

Auch diese Stufe beschreibt ein Bedürfnis, das ein Defizit füllt. Wir sind soziale Wesen und fühlen uns sicher in Gruppen. Menschen, die keiner Gruppe angehören und sich chronisch einsam fühlen, leben ungesünder und sind weniger resilient.

Der Selbstwertgefühl des anderen und damit die Motivation auf dieser Ebene zu steigern ist einfach (Die selbstlosen Glückshormone) und macht beide Seiten sogar noch glücklich: lass deine Mitmenschen dazu gehören. Als Chef stärkst du damit den Verbund innerhalb einer Abteilung und im Freundeskreis ist für dich jeder gleich wertvoll.

Stufe 4 – Wertschätzung

Wenn ich an meine Kindheit zurück denke, dann hatte ich in meiner kleinen Welt eine stabile Basis der ersten drei Stufen. Also machte ich mich auf, die vierte Stufe zu erklimmen. Bei Kindern erkennst du die Anfrage für dieses Bedürfnis ganz einfach. Es wird einfach eingefordert: „Schau mal Mama, was ich schon kann!“

Als Erwachsener machen wir das selbstverständlich nicht mehr. Oder würdest du zu deinem Chef gehen und sagen: „Schau mal Chef, was ich für einen tollen Brief aufgesetzt habe!“ Aber vielleicht wäre genau das, was wir mal wieder versuchen sollten – wenn auch nicht wort-wörtlich.

Um diese Ebene zu erklimmen, können wir mit gutem Beispiel vorangehen: warum nicht andere auf dieser Ebene motivieren? Schenke deinen Mitmenschen Anerkennung (Die selbstlosen Glückshormone) und du wirst erfahren, dass es zurück kommt.

Zusammenfassung

Um die eigene oder die Motivation anderer zu wecken, sollten wir uns um die jeweiligen Bedürfnisse kümmern. Maslow zeigt mit seiner Bedürfnispyramide einfach auf, wie der Weg zur Selbstverwirklichung verläuft.

Es gibt nur eine Regel: Abkürzen oder Überspringen von Stufen funktioniert NICHT. Wenn physiologischen Bedürfnisse der ersten beiden Stufen Lücken aufweisen, können wir uns oder andere nicht weiter entwickeln.

Stell dir vor, du strandest mit anderen auf einer einsamen Insel. Was ist deine erste Sorge? Bestimmt nicht, dass du nächste Woche deine Kundentermine nicht einhalten kannst. Du denkst zuerst an Trinken, Essen und Sicherheit. Du denkst ans Überleben.