Sozialkompetenz ist die eine universelle Fähigkeit, die nahezu in jeder Stellenbeschreibung steht. Je nach Aufgabe, ist diese Fähigkeit mit anderen Adjektiven wie „teamfähig“ umschrieben. Nach Howard Gardner also die interpersonale (zwischenmenschliche) Intelligenz.

Wie kann ich also diese Sozialkompetenz lernen oder entwickeln, wenn sie mir in meinem Privat- und Berufsleben so helfen kann? Dafür sind 5 Entwicklungsstufen zu erklimmen. Und die ersten drei beschäftigen sich nur mit dir und der intrapersonellen Intelligenz.

Auf dem Weg zur Sozialkompetenz

Was habe ich damit zu tun, wenn ich Sozialkompetenz erlernen will? Da geht es doch um die Steuerung von anderen. Und was genau beinhaltet eigentlich das Wort Sozialkompetenz?

Definition Sozialkompetenz

Wikipedia definiert den Begriff so:

Sozialkompetenz ist ein Komplex von Fähigkeiten, die dazu dienen, in Kommunikations- und Interaktionssituationen entsprechend den Bedürfnissen der Beteiligten Realitätskontrolle zu übernehmen und effektiv zu handeln. Als effektiv kann Handeln bezeichnet werden, wenn sich dadurch positive (erwünschte) Konsequenzen maximieren und negative (unerwünschte) minimieren lassen.

In einfachen Worten ist es die Fähigkeit, andere Menschen so zu steuern, dass am Ende alle gewinnen. Ich, die anderen, die Firma, der Kunde, etc. Und genau dieses Steuern passiert in den meisten Fällen über Kommunikation.

Die Freiheit, effektiv zu kommunizieren

Was du dafür brauchst, ist im ersten Schritt: Freiheit. Du solltest frei sein von eigenen und vor allem unbekannten Hürden. Genau dafür sind die ersten drei Schritte: Selbst-Bewusstsein, Selbst-Steuerung und Selbst-Motivation. Ja, wenn du nicht mal dich kennst und steuern kannst, wie glaubst du, dass du das bei anderen kannst?

Und ich rede nicht von Manipulation. Die fliegt irgendwann immer auf. Ich spreche von der Steuerung anderer, die am Ende zum Wohle aller ausgeht.

 

Empathie ist Informationsbeschaffung

Wie das gehen soll, zum Wohle aller zu steuern? Ganz einfach: Du bringst erst einmal in Erfahrung was wer will. Das sind zum einen die einfachen Ziele des Unternehmens: mehr von was auch immer. Und dann wird es tricky. Was wollen denn deine Kollegen, dein Chef, dein Team?

Die Wünsche und Ziele anderer sind oft versteckt hinter den Worten

Einfühlungsvermögen und Wahrnehmung

Wenn du nur auf die Worte anderer hörst, kannst du schon sehr viel erfahren, doch achte auch auf die Körpersprache. Fang nicht gleich an zu deuten sondern nimm nur auf. Wir Menschen haben natürliche Antennen, um Stimmungen anderer aufzunehmen. Die sind nur manchmal etwas verkümmert, weil viele von uns diese so selten benutzen. Schalte den Empfang ein und deine Deutungen ab.

Hör echt zu und versuche ohne Vorurteile und Annahmen herauszufinden, was dein Gegenüber will oder vor allem „eigentlich will“. Und das ist meist viel interessanter und vor allem leichter zu lösen. Vorgeschobene Wünsche sind öfter unrealistisch und kaum umsetzbar. Z.B. wenn jemand doppelt so viel Geld will aber eigentlich nur ein Signal der Anerkennung. Du kennst diese Beispiele. Höre nicht nur auf das Vordergründige sondern erforsche die eigentliche Motivation.

Verwandte des Mitgefühls

Empathie zu entwickeln, bedeutet, sich in jemand anderen versetzen zu können. Auch wenn die Gehirnforschung die beiden deutlich voneinander unterscheiden kann, sie sind Verwandte:

Empathisches Vermögen und Mitgefühl.

Die große Überschneidung dieser beiden Fähigkeiten liegt in der Konsequenz und zeitlichen Abfolge: ich kann ohne Empathie kein Mitgefühl entwickeln. Den anderen und seine Gefühle zu verstehen, versetzt mich erst in die Lage Mitgefühl zu empfinden. Ich verstehe und fühle gleich wie mein Gegenüber. Nicht zu verwechseln mit Mitleid.

Verstehen vor Handeln

Warum dieser Schritt des Verstehens (Empathie) vor dem eigentlichen Handeln (Sozialkompetenz) steht ist logisch. Du musst dir doch erst Informationen beschaffen, bevor du eine Entscheidung treffen kannst. Wenn du das bei allen anderen Dingen im Leben machst, warum nicht auch bei Menschen?

Menschen zu verstehen ist anstrengend

Genau deswegen. Andere zu verstehen, vor allem wenn sie so gar nicht sind wie du, ist der Horror. Anstrengend ohne Ende und auch so fürchterlich lästig. Wie kann man nur so sein? Warum versteht der das einfach nicht? Mach doch endlich einfach was ich will. Und jetzt kommt der Witz: das geht den anderen mit dir genauso.

Was die Empathie so anstrengend macht, bist du. Dein eigener Schatten, die blockierte Offenheit für andere Meinungen und Gefühle. Denk immer daran: Jeder hat recht. Immer. Die Frage ist nur WARUM. Das ist Empathie – Erkennen und Verstehen.

 

Sozialkompetenz und Ihre Facetten

Nehmen wir an, du weisst jetzt, was die anderen denken, wünschen und fühlen. Stell dir vor, du hast die Leitung für ein Projekt und führst ein Team von 5 Mitgliedern, das gefühlt 17 Ziele verfolgt. Wie kannst du so eine Herausforderung lösen? Ganz einfach: du, gar nicht.

Führen nicht Schieben

Der größte Irrweg, den die Projektleitung beschreiten kann, ist die Lösung selbst auszutüfteln. Führung bedeutet an die Hand nehmen und nicht schieben. Sag deinem Team nicht was und wie etwas zu tun ist. Die sind selbst groß. Deine Verantwortung ist es, die gemeinsamen Ziele klar im Fokus zu behalten: welches Ergebnis zu welchem Preis und bis wann. Das sind meist die wichtigsten Eckpfeiler.

Das gemeinsame Ziel muss klar sein

Deine erste Aufgabe ist es, herauszufinden, ob diese (meist gegebenen Ziele) vom Team abgenickt sind. Ohne dieses gemeinsame WARUM wird es schwierig. Das gilt es gemeinsam festzulegen oder notfalls anzupassen.

Moderieren nicht diktieren

Auf dieses gemeinsame Ziel hin zu navigieren braucht es in einer Führungsposition eine Vielzahl von Eigenschaften:

  • Kontaktfähigkeit
  • Hilfsbereitschaft
  • Konfliktfähigkeit
  • Menschenkenntnis
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Und so viele mehr.

Nur eines haben alle Eigenschaften unter dem Mantel der Sozialkompetenz gemeinsam: Rücksicht nehmen auf andere. Und wenn ich mit dieser Einstellung in eine Situation gehe, dann finde ich automatisch die richtigen Worte oder entwickle automatisch Hilfsbereitschaft. So funktionieren wir Menschen. Mit dem richtigen Mindset entwickeln sich wie automatisch die einzelnen Facetten der Sozialkompetenz. Also überprüfe deine Gedanken, bevor du in ein Gespräch gehst: Bist du wirklich ergebnisoffen oder weisst du schon genau, was die anderen gefälligst zu tun haben?

 

Zusammenfassung

Sozialkompetenz beginnt bei dir selbst. Die Fähigkeit sch zu kennen, zu steuern und zu motivieren, ist die Basis zur Steuerung anderer. Erst wenn ich mich kenne, kann ich versuchen, andere zu verstehen. Das soll nicht bedeuten, dass du dich ab sofort einschließt, um diese Aufgabe zu lösen, bevor du die nächste Tür öffnest.

Das eine tun ohne das andere zu lassen

Auch wenn wir beim Umgang mit uns selbst noch nicht vollständig durchgestiegen sind, hält uns nichts davon ab, andere verstehen zu wollen. An der Empathie zu arbeiten und auch an den einzelnen Facetten der Sozialkompetenz. Denn oftmals lernst du dich gerade durch andere und deren Feedback (Blinder Fleck) sehr viel besser kennen.

Es ist wie ein Filter, durch den wir die Welt sehen. Jeder von uns sieht andere Dinge, deutet diese nochmals anders und trifft Entscheidungen aus ganz unterschiedlichen Gründen. Kurzum: wir sind alle so unglaublich unterschiedlich. Genau das macht es aber doch so spannend. Hör zu. Lass dich darauf ein und versuche ungefärbt zu verstehen.